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Projets

Here you'll find a selection of my recent projects. For a complete work list, see here.

ORLANDO

Zwischen Sprachspiel, Traum, Ekstase und Wahnsinn bewegt sich das Musiktheater ORLANDO, mein aktuelles großes Projekt. Zusammen mit dem Regisseur Christian Grammel und der Dramaturgin Judith Pielsticker lassen wir das gut vierzigminütige Stück für Sänger, Schauspieler, Chor, Instrumente und Elektronik gerade wachsen, wabern und wuchern. Im Juni 2013 wird es dann am Theater Bielefeld uraufgeführt. Nach der Sprache der Jongleure (2007/08) und der NeandertalerRocketUniversalmusik (2009/10) ist es das dritte Projekt der letzten Jahre, in dem ich mich mit Sprachspiel und Sprachperformance beschäftige.

SCHWELBRAND

Unter dem Motto Musik zwischen Rausch und Utopie haben Filip Caranica und ich 2011 die Konzertreihe SCHWELBRAND gestartet. D.h. um Konzerte geht es dabei eigentlich nicht. Vielmehr um akustisch und optisch durchinszenierte performativ-theatralisch-liturgische Gesamtereignisse, die sämtliche musikalischen Genres einbeziehen und an den verschiedensten Orten stattfinden – in Clubs, Theatern, Konzertsälen, Baggerseen oder Fabrikschloten. Die Energie ist hoch, die Strukturen sind dicht, das Publikum tobt: das ist SCHWELBRAND. Alles weitere unter www.schwelbrand.net.

Rubato

Wie bringt man Musiker dazu, in Neuer Musik nicht stur-roboterhaft vier Viertel oder dreizehn Sechzehntel durchzuzählen, sondern Musik zu machen? Die gleichen galanten Verschleifungen, die schockstarren Pausen, die vorwärtspreschenden Kapriolen zu vollführen, die wir bei Schumann, Johann Strauß oder Puccini so lieben? In Zirkelspielchen (2011) und Teufelsthriller (2010/11) versuche ich, neue Notationsweisen dafür zu finden. In meiner Diplomarbeit habe ich die Funktionsweise von Rubato theoretisch erkundet – sinnfälliger Ausdruck davon ist mein Audio-Video-Dokument Best Schumann Ever (2009/10): eine höchst raffinierte, rubatoselige Schumann-Interpretation, die kein zurechnungsfähiger Pianist zustandebrächte.

Virtuosität

Grütter goes Theorie. Philosophie nach Platon und Virtuosität nach Grütter haben gemeinsam, dass am Anfang das Staunen steht. Wie es zustandekommt, dass uns der Virtuose fasziniert, das habe ich in meiner Diplomarbeit Der verlorene Ehrensäbel (2009/10) untersucht. Und erstaunlicherweise habe ich vier glasklare Bedingungen innerhalb eines verblüffend stringenten Gedankengebäudes gefunden: Meisterschaft, Entgrenzung, Überfüllung und Verwandlung. So klappts mit der Virtuosität! Lesen!

Übermenschlichkeit

Langweilig wärs, immer nur das Machbare zu denken. Den Alltag mag ich nicht besonders, drum lass ich ihn in Frieden und schwing mich auf in luftigere, übersteigertere, riesenhaftere, transzendentere, größenwahnsinnigere Gefilde. Führer und Begleiter ist mir da u. a. Samuel Taylor Coleridge gewesen, dessen abgedreht-übermenschlicher Kubla Khan mich zu sacred river ALPH's meanders mazy mad & measureless (2007/09) inspiriert hat. Kaiser Otto III. hat mir STUPOR MUNDI UNCONCEALED (2006) eingegeben, der afghanische Panzergeneral Dostum Tiefflug (2011) und der gleichnamige Secret Service Mandala Mossad (2008).

Improvisation

Natürlich ist Improvisation nicht spontan. D.h. nur schlechte Improvisationen sind spontan. Den Impetus des Moments mit reflexiver Distanz zu vereinen, ist Anliegen meiner verschiedenen Improvisationsprojekte auf Klavier und Keyboard, etwa dem work in progress Indra Medusa Caligula (seit 2007 – bisher gibt es 0 und I).