Martin Grütter · Komponist
Martin Grütter · Komponist
Martin Grütter
Komponist

Veitstanz

für einen Konservenperformer und 17 Instrumente

Mitschnitt der Uraufführung durch das Ensemble Modern, Frankfurt 2015
Partitur

Programmhefttext:

Der Veitstanz hat unter den Gesellschaftstänzen dieselbe Stellung wie der Piranha unter den Schmetterlingen. Genauso wie dieser keine bunten Flügel hat, tanzt man jenen nicht im Fünfachteltakt, wie den Wienerwalzer, und auch nicht im Neunzehnzweiundachtzigsteltakt, wie den Falklandtango. Sein Metrum ist ein Bruch mit π im Zähler und Unendlich im Norden, aber selbst das ändert sich jeden Tag. Eine typische Veitstanz-Pirouette erkennt man unter anderem an wildem Geschrei, Fußtritten, gebrochenen Nasenbeinen, Schaum vor dem Mund und graziler Anmut beim Rollen der Augen. Aber es gibt auch tausende andere Varianten, deren Einstudierung schon so manchen Eleven in den Wahnsinn getrieben hat. Der Veitstanz zählt zu den choreophagen Tänzen: er verleibt sich andere Tänze ein und deformiert ihre Rhythmen bis zur Unkenntlichkeit. Man sagt, jedesmal, wenn ein professioneller Veitstänzer versuche, Walzer zu tanzen, tanze im Gegenzug Johann Strauss im Grab den Veitstanz. Verwunderlich ist, dass dieser lodernde, leidenschaftliche, ja nachgerade letale Tanz nur wenige Spuren in der Musik hinterlassen hat. Die meisten Veitstanz-Kompositionen enden nach maximal zwei Minuten in wirrem Gekritzel und zerrissenem Notenpapier. Mein Anliegen war, das schleunigst zu ändxefgygfrzjhpkl

Weitere Informationen:

Blick in die Partitur (mit exakter Besetzung und Legende):

Blick in die Partitur (mit exakter Besetzung und Legende)